Die ersten Stilltage sind wunderschön – und für viele Mamas auch schmerzhaft. Wunde Brustwarzen gehören zu den häufigsten Stillproblemen überhaupt. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lässt sich die Ursache schnell finden und beheben. Hier erfährst du, warum die Brustwarzen wund werden, was sofort hilft und welche Pflege die Haut wieder zur Ruhe bringt.
Ist es normal, dass die Brustwarzen beim Stillen wehtun?
In den ersten Tagen sind die Brustwarzen oft empfindlich, besonders in den ersten Sekunden des Anlegens. Das legt sich meist nach ein bis zwei Wochen. Nicht normal sind Schmerzen während der ganzen Stillmahlzeit, Risse, Blutungen oder Bläschen. Dann stimmt fast immer etwas mit dem Anlegen nicht.
Die häufigsten Ursachen für wunde Brustwarzen
- Falsches Anlegen: Der Klassiker. Fasst das Baby nur die Brustwarze statt eines großen Teils des Warzenhofs, entsteht Reibung und Druck.
- Ungünstige Stillposition: Liegt das Baby nicht Bauch an Bauch, zieht es an der Brustwarze.
- Falsches Lösen: Wird das Baby abgenommen, ohne vorher den Saugschluss zu lösen, wird die Haut stark beansprucht.
- Verkürztes Zungenbändchen: Kann das Baby die Zunge nicht richtig bewegen, saugt es ungleichmäßig.
- Milchpumpe: Zu kleine Brusthaube oder zu hoher Sog.
- Feuchtigkeit und Reibung: Nasse Stilleinlagen weichen die Haut auf.
- Soor (Pilzinfektion): Brennende, glänzend-rote Brustwarzen und weiße Beläge im Mund des Babys.
Soforthilfe: 8 Tipps bei wunden Brustwarzen
- Anlegen prüfen: Der Mund des Babys ist weit geöffnet, die Lippen sind nach außen gestülpt, Kinn und Nase berühren die Brust. Lass das Anlegen von deiner Hebamme oder einer Stillberaterin anschauen – oft reicht eine kleine Korrektur.
- Stillpositionen wechseln: Wiegehaltung, Rückenhaltung (Football-Haltung) und Stillen im Liegen belasten unterschiedliche Stellen der Brustwarze.
- Mit der weniger wunden Seite beginnen: Am Anfang saugt das Baby am kräftigsten. Ein Stillmerker-Armband hilft dir, den Überblick über die Seiten zu behalten.
- Saugschluss richtig lösen: Einen sauberen kleinen Finger in den Mundwinkel des Babys schieben, dann erst abnehmen.
- Milchspendereflex vorher auslösen: Etwas Milch von Hand ausstreichen, dann muss das Baby am Anfang weniger kräftig saugen.
- Brustwarzen an der Luft trocknen lassen: Nach dem Stillen einen Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze antrocknen lassen.
- Brustwarzensalbe auftragen: Eine reichhaltige Brustwarzensalbe hält die Haut geschmeidig, damit kleine Risse nicht bei jedem Anlegen wieder aufreißen.
- Stilleinlagen häufig wechseln: Feuchte Einlagen weichen die Haut auf. Atmungsaktive Einlagen aus Wolle-Seide oder Baumwolle sind ideal.
Welche Brustwarzensalbe ist die richtige?
Der Klassiker unter den Brustwarzensalben ist Lanolin (gereinigtes Wollwachs). Es ist wirksam, aber nicht vegan – und manche Frauen reagieren allergisch darauf. Eine gute Alternative sind pflanzliche Salben mit reichhaltigen Buttern und Ölen. Achte darauf, dass die Salbe:
- duft- und geschmacksfrei ist, damit das Baby sie nicht ablehnt,
- vor dem Stillen nicht abgewaschen werden muss,
- ohne ätherische Öle und Mineralöl auskommt.
Unser SOS Balm ist eine vegane Brustwarzensalbe ohne Lanolin: Bio-Cupuaçubutter bindet besonders viel Feuchtigkeit, Bio-Sheabutter und Kamillenextrakt beruhigen die gereizte Haut. Viele Kundinnen mit Wollwachsallergie nutzen ihn als Ersatz – und als Lippenpflege gleich mit.
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Kann man wunden Brustwarzen schon in der Schwangerschaft vorbeugen?
„Abhärten“ mit Rubbeln oder Bürsten ist überholt und reizt die Haut nur. Sinnvoll ist dagegen, die Brustwarzen ab dem 2. Trimester regelmäßig mit einer milden Salbe geschmeidig zu halten und sich schon vor der Geburt über gutes Anlegen zu informieren, zum Beispiel in einem Stillvorbereitungskurs. Packe die Brustwarzensalbe gleich in die Kliniktasche – mehr dazu in unserer Wochenbett-Checkliste.
Wann solltest du dir Hilfe holen?
Wende dich an deine Hebamme, eine Stillberaterin oder deine Ärztin, wenn:
- die Schmerzen länger als eine Woche anhalten oder stärker werden,
- die Brustwarzen bluten, nässen oder eitern,
- die Brust gerötet, heiß und hart ist oder du Fieber bekommst (Verdacht auf Brustentzündung),
- die Brustwarzen brennen und das Baby weiße Beläge im Mund hat (Verdacht auf Soor),
- sich die Brustwarze nach dem Stillen weiß verfärbt und stark schmerzt.
Weitere Tipps zu Milchstau, Anlegeproblemen und Co. findest du in unserem Gastbeitrag Tipps bei Stillproblemen.
FAQ: Wunde Brustwarzen beim Stillen
Was hilft schnell bei wunden Brustwarzen?
Anlegen korrigieren, Stillpositionen wechseln, mit der weniger wunden Seite beginnen und die Brustwarzen nach dem Stillen mit Muttermilch oder einer Brustwarzensalbe pflegen.
Darf ich mit wunden Brustwarzen weiterstillen?
Ja. In den allermeisten Fällen kannst du weiterstillen. Ist eine Seite sehr schmerzhaft, kannst du sie kurz mit der Hand oder Pumpe entleeren und die Milch füttern.
Wie lange dauert es, bis wunde Brustwarzen heilen?
Ist die Ursache behoben, geht es meist innerhalb weniger Tage deutlich besser. Tiefe Risse brauchen etwas länger.
Welche Brustwarzensalbe ist ohne Lanolin?
Pflanzliche Salben mit Butter und Ölen, zum Beispiel der vegane SOS Balm mit Bio-Cupuaçubutter.
Muss ich die Salbe vor dem Stillen abwaschen?
Bei Lanolin und reinen Pflanzenbalsamen ohne Duftstoffe in der Regel nicht. Achte auf den Hinweis auf der Verpackung.

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